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Der Kürbis stammt in seiner Wildform aus Mittelamerika und gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Die ältesten Kürbiskerne hat man dort (Cano del Diabolo) gefunden und mittels radioaktiver Altersbestimmung festgestellt, dass diese 14000 Jahre alt sind. Funde aus dem südlichen Mexiko werden auf ein Alter von 10000 Jahren geschätzt. In der Wildform ist dieser Kürbis, ähnlich den heutigen Zierkürbissen, nicht geniesbar. Erst durch Kultivierung wurde der Bitterstoff im Kürbis, das Cucurbitazin zurückgezüchtet. Von Mittel- und Südamerika verbreitete sich der Kürbis auch über Nordamerika und wurde dort bereits vor der Eroberung durch die Europäer angebaut. Bei dem Stamm der Navajos war der Kürbis eine heilige Pflanze.
Die Eroberer brachten nicht nur das Gold der Inkas und die Felle der Büffel mit nach Europa, sondern es wurden auch viele, bis dahin in Europa nicht ansässige Pflanzen, neben Mais, Bohnen, Kartoffeln auch der Kürbis mitgebracht. Nicht nur dass man den Kürbis mit den Gurken und Kalebassen in einen Familientopf warf, es begann eine wilde Züchterei mit schier unendlichen Sorten und Variationen. Die Farben reichen von blassen weissen Schattengestalten über gelbe Kanarien bis hin zu bunten Papageien. Die verschiedenen Variationen füllen in der zwischen Zeit ganze Lexika und Saatkataloge. Innerhalb der drei großen Arten, Pepo, Maxima und Moschata, haben zahlreiche Sorten den Garten, die Felder und den Markt belebt. Maxima: Atlantic Giant (die meisten Riesenkürbisse sind Nachzüchtungen dieser Sorte) Big Max Big Moon Mammoth Gold Prizewinner (hybrid; meist einheitliche Größe, Form und Farbe, nicht die Größten aber sehr beliebt) Gelber/Roter Zentner Rouge Vif d'Estampes Türken-Turban oder Bischofsmütze
Moschata: Buckskin (hybrid) Chelsey (hybrid) Dickinson Feldkürbis Kentucky Feldkürbis Amerikanische Sorten, die nach und nach den europäischen Markt erobern: Standard orange klein (meist 1 bis 2,5 kg) Baby Bear (klein, flache Form; feiner harter Stengel) Baby Pam; (hybrid, Buschpflanze; sehr weiche Schale, schwerer Stengel, unreif gelbe Farbe) Small Sugar or New England Pie (Standard Pie Kürbis) Spooktacular (hybrid; hell orange; gerippt; fester Stengel) Sugar Treat (hybrid; Buschpflanze; leuchtende Farbe) Winter Luxury (alte Sorte, gut zum Kochen) Standard orange mittel (meist 4 bis 7 kg) Autumn Gold (hybrid, unreif gelb) Bushkin (hybrid, Busch) Frosty (hybrid; sehr hübsche Schale) Funny Face (hybrid) Harvest Moon (hybrid) Jack-o-Lantern Spirit (hybrid, Busch) Young's Beauty Standard orange groß (meist 7 bis 13 kg) Aspen (hybrid, tief orange, einheitliche Größe) Big Autumn (hybrid, gelb wenn reif) Big Tom (selection von Connecticut Field) Connecticut Field (alte Standardsorte) Ghost Rider (dunkel orange; grüner Stengel) Happy Jack (einheitliche Früchte, dunkel orange) Howden Field (der Industrie Standard) Jackpot (hybrid; rund) Jumpin' Jack (groß, dunkel orange, schwere Früchte) Von Hybridsorten (F1) können keine eigenen Kerne zum Weiteranbau gewonnen werden. Daneben gibt es noch Cushaws, Butternuts, Miniatur und Zierkürbisse. Wie oben bereits erwähnt, die Auswahl ist riesig und das Stöbern in entsprechenden Spezialsaatkatalogen ist für den Kürbisfreund nahezu Pflicht Der lateinische Gattungsname ist abgeleitet aus dem lateinischen Cucurbita, das wiederum aus Cucumis (Gurke) und Orbis (Erdkreis, wohl wegen der Form) abgeleitet ist. Die deutsche Bezeichnung Kürbis (althochdeutsch “Kurbiz” leitet sich aus dem lateinischen Corbis = Korb, Gefäß ab. Die englische Bezeichnung Pumpkin kommt aus dem griechischen “pepon” (große Melone). Im französischen wurde daraus lautmäßig “pompon”, niederländisch “Pompoen” und dies ins englische abgeleitet “pumpion”. Bereits Shakespeare erwähnt in den “Lustigen Weiber zu Windsor” den pumpion. Amerikanische Kolonisten bildeten aus “pumpion” Pumpkin ( “Peter, Peter Pumpkineater” und “Cinderella”). Übrigens soll das Original der Pumpkin Pie ein entkernter Kürbis sein, der, mit Milch, Gewürzen und Honig gefüllt, in der Asche gebacken wurde. Aufgrund seines Geschmackes (Kürbis schmeckt erst gut, wenn er nicht mehr nach Kürbis schmeckt) hatte der Kürbis es schwer die europäischen Küchen zu erobern. Aber hier gibt es in der Zwischenzeit Rezeptbücher die Regale füllen und sogar die Wissenschaft beschäftigt sich mit den Inhaltsstoffen des Kürbisses. Die einen propagieren die gesundheitsfördernde Wirkung auf den Harnapparat, andere wiederum sagen dem Betakarotin krebsfördernde Wirkung nach. Bestimmt gilt auch hier, wie in allen Dingen, die Menge macht es. Bislang wurde dem Kürbis jedenfalls nachgesagt, dass er Krebs- und Herzkrankheiten vorbeugt. 200 Gramm Kürbismasse enthalten: # 90% Wasser # Kalorien: 80 # Carbonhydrate: 19 Gramm # Cholesterin: 0 # Fett: weniger als 1 Gramm # Kalium: 588 Milligramm # Protein: 2.4 Gramm # Vitamin A: 310% der RDA # Vitamin C: 20% der RDA und diverse Spurenelemente Ein Phänomen das Niemand erklären kann: Die Anziehungskraft der Kürbisse auf Kinder. Der Kürbis ist keine unscheinbare Frucht, entweder ist er klein mit auffälliger Farbe, oder er ist groß, oder sonstwie von irgendeiner Form die Aufmerksamkeit erregt. Dabei ist es nicht nur die Frucht, sondern die ganze Pflanze die unter bestimmten Bedingungen unermesslich wachsen kann. Die Frucht, aus botanischer Sicht eine Panzerbeere, ist nichts anderes als ein Hohlkörper der die Samen, in diesem Fall die Kerne, in sich trägt und diese dann auch gleich in Massen. So ist es nicht verwunderlich, dass bei den Pueblo den Mädchen ein Kürbis mit in die Wiege gelegt wurde. Kürbisse zählen zu den Fruchtgemüsen, sind einjährige Pflanzen und einhäusig, blühen aber getrennt geschlechtlich. Das heisst, das sich auf einer Pflanze männliche und weibliche Blüten befinden. Die Bestäubung erfolgt hauptsächlich durch Insekten, vorwiegend Bienen und Hummeln. |